Wachdienst-Beginn in Utting

Noch ist es wolkig, als Wachleiter Marcus Müller gegen neun Uhr die Wasserwacht-Fahne am Fuß des Uttinger Sprungturms hisst. Die Pause zwischen dem letzten Wachdienst des vergangenen Jahres und dem heutigen Saisonauftakt war noch nie so lange. Normalerweise wird bei den Uttingern bereits Mitte April das erste Mal Flagge gezeigt. Aufgrund der Corona-Ausgangsbeschränkungen wurde der Wachdienstbeginn dieses Jahr nach hinten verschoben. Natürlich waren die Helfer aber über Piepser für akute Notfälle immer erreichbar.

Beim anschließenden gemeinsamen Frühstück teilt Marcus Müller seine Wachmannschaft für den heutigen Tag ein. Nachdem das Strandbad noch geschlossen ist, fällt Marcus dies besonders leicht. Dienst wird nur noch zu viert, also in der Minimalbesetzung, gemacht. Im Einsatzfall rücken alle vier Wachgänger gemeinsam mit dem Motorrettungsboot aus – oder helfen zu zweit mit dem Quad, um bei lebensbedrohlichen Verletzungen oder Erkrankungen in Utting Hilfe zu leisten.

Abstand und Hygiene sind das A und O

Den vier Wachgängern ist klar, dass das Ansteckungsrisiko durch das neuartige Corona-Virus auch vor ehrenamtlichen Helfer nicht halt macht. Alle Mitglieder durchliefen Online-Schulungen, welche sie auf die Hygiene- und Desinfektionsregeln und den besonderen Umgang mit Infektionspatienten vorbereiteten.

Auch beim Wachdienst gibt es klare Regeln: Abstand halten (wann immer möglich), auf dem Boot wird ein Mund-Nasen-Schutz getragen und Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen werden verstärkt durchgeführt.

Jetzt musste es schnell gehen

Lange war nicht bekannt, wann der Wachdienst am Ammersee starten würde. Nachdem die politischen Entscheidungen getroffen worden sind, hat sich die gute Vorbereitung bezahlt gemacht. Innerhalb von einer Woche konnten alle Helfer auch praktisch auf den veränderten Wachdienst in Corona-Zeiten geschult werden. Auch wurde der Umgang mit der speziellen Schutzausrüstung für Infektionspatienten nochmals praktisch vorgeführt, damit auch unsere Einsatzkräfte sich optimal schützen können.

Daher steht dem heutigen Wachdienststart am Strandbad. In der Woche darauf wird die Wachstation im Freizeitgelände in Betrieb genommen. „Die Aufgaben der beiden Stationen könnten unterschiedlicher kaum sein.“, berichtete der Stellvertretende Technische Leiter Frederik Riedel, „So ist die Station im Strandbad eigentlich bereits weit vor der Badesaison besetzt. Mit dem großen Rettungsboot wird vor allem Seglern und anderen Wassersportlern geholfen. Im Freizeitgelände sind die Helfer hauptsächlich für notfallmedizinische Versorgung und Rettung von Besuchern des Freizeitgeländes im Einsatz.“, führte er weiter aus.

Besatzung des ersten Wachtages vor dem Uttinger Sprungturm.
Hygiene-Schulung in Kleingruppen
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